Sonntag, 1. März 2009

Rheumakranke, Hüftleiden und Mobbingopfer

Fotos:©RTL
RTL DSDS-Special

Die neue Staffel von Deutschland sucht den Superstar läuft eigentlich ein wenig an mir vorbei. Bis jetzt habe ich ja alle Staffeln von Alexander Klaws bis Thomas Godoj mit Begeisterung von den Castings bis zum Finale verfolgt, doch diesmal konnte ich mich noch nicht so richtig dafür begeistern. Außer Dominik Büchele ist da nämlich niemand dabei, den ich auch nur ansatzweise toll finden kann. Gestern Abend habe ich mir mal diese Top 15-Show angesehen. Das sollten also die angeblich 15 Besten von über 30.000 BewerberInnen sein, dachte ich mir. Nun gut, die Auftritte fand ich durch die Bank schlecht bis mittelmäßig. Allein Cornelia Patzlsperger und ihre Harfen-Interpretaion von Time after Time konnte mein Freudenzentrum erreichen. Und eben Dominik Büchele. Leider, leider ist genau das geschehen, was ich vermutet hatte und was auch wahrscheinlich in einer der ersten Mottoshows zu seinem Verhängnis werden wird: Er hat wieder "James Blunt" gesungen. James Blunt und immer wieder James Blunt. Und ich denke, spätestens seit gestern wird Dominik auf diese James Blunt-Nummer festgenagelt, wenn er es bis dahin noch nicht war. Schade.
Viel spannender und bei weitem viel lustiger fand ich die ergreifenden Kurzfilmchen, in denen jeder der 15 Kandidaten kurz vor ihrem Auftritt vorgestellt werden. Da hat jeder irgendeine Krankheit, zum Teil sogar unheilbar, da ist die geliebte Oma gestorben, da wurde jemand als Kind im Heim gemobbt, von den Eltern verstoßen oder oder oder... Darüber wollte ich mich heute eigentlich etwas sarkastisch auslassen, aber ich habe bei der Badischen Zeitung einen wunderbaren Artikel von Dr. Pop gefunden, der genau das ausdrückt, was ich schreiben wollte:

"...Gut. Die Kandidaten haben es wenigstens versucht. Daniel Schumacher gibt halbherzig das Mobbingopfer. Dominik Büchele hat sich in die Rolle von Deutschlands berühmtestem Tellerwäscher drängen lassen. Vanessa Neigert ("Ich bin ein Mensch, wo anderster ist”) lässt sich ein Foto ihrer toten Oma nebst Tränen abluchsen. Holger Göpfert muss sich von der BILD-Zeitung eine Frau suchen lassen. Am schwersten aber hat es Sarah Kreuz. Durch die Show ist sie ihren Verlobten los geworden, einen konservativen Macho mit Kuranyi-Wangenspoiler – und muss diese glückliche Fügung nun als schweren Schlag verkaufen.
...Die zehn Konkurrenten haben da mehr zu bieten: Koma, Kinderheim oder Mütter mit erblichen Krankheiten. Im einen Fall handelt es sich um den sogenannten Sprechkrampf. Im anderen um die Mitgliedschaft in der ersten Mädchenband der DDR – echte Hypotheken für junge Menschen, die ins Musikgeschäft wollen. Warum sie gegen die Top 5 trotzdem keine Chance haben? Vielleicht ist das Publikum doch schlauer als RTL denkt..."
(→zum kompletten Artikel in der Badischen Zeitung)
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