Sonntag, 15. März 2009

Die letzten beiden

In den 48 Jahren, in denen die Schweden beim Eurovision Song Contest bis heute teilgenommen haben, haben sie es immerhin geschafft, 33 mal unter die ersten 10 zu kommen, sogar viermal den Contest zu gewinnen. Irgendwie hörte ich mit nicht viel Fantasie alles ein bisschen nach ABBA an, waren es nun die Herrey's 1984, Carola 1991 oder Afro-Dite 2002. Es waren immer fröhliche Liedchen mit bunten Kleidern und Choreographien, die sich leicht in 10 Minuten vorm Fernseher nachtanzen ließen. 2009 soll nun alles anders werden. Eine Dame mit dem Namen Malena Ernman gewann gestern Abend in Stockholm das dortige Melodifestivalen 2009. Sie gewann zwar ziemlich knapp, aber knapp gewonnen ist in dem Fall leider auch gewonnen. La Voix - die Stimme, so der Titel, und davon macht Frau Ernman auch in den 182 Sekunden, in denen die Nation so etwas ertragen muss, in allen Varianten Gebrauch. Da sind irgendwie alle Oktaven vorhanden, alle Töne werden mit Kopf, Kehle und Nase in die Welt geträllert, gehaucht und geschrien. Dazu trägt Malena Ernman ein schwarzes Federkleid und eine Frisur, die sie aussehen lässt wie ein verzweifeltes Huhn auf der Flucht vorm Wienerwald-Schlachter. Wenn es das wirklich sein soll, wofür die Schweden einen monatelangen Entscheidungsmarathon veranstaltet haben, dann weiß ich auch nicht mehr weiter. Erbärmlich.
Auch in Prag viel gestern die Entscheidung. Dort war bereits bekannt, dass gipsy.cz für Tschechien nach Moskau fahren, den Song durften die Zuschauer gestern per SMS bestimmen. ...and the winner is: Aven romale. Eine Art Comic-Musical oder so ähnlich, jedenfalls ziemlich durchgeknallt. Irgendwie lustig, dennoch chancenlos.
Share/Save/Bookmark
blog comments powered by Disqus